Templerritter klein

Die Templer und die Göttin Isais (Fotomontage einer Darstellung roter Ritter im UntersbergstĂŒberl Ainring s.o.)

Götter und Göttinnen und heroische Wesenheiten haben in der Sagenwelt des Untersberges ihre Spuren hinterlassen. Abfalter, die weiße Frau, die Wildfrauen finden sich in zahlreichen Überlieferungen und diese sind in vielen Publikationen bis heute nachzuforschen.
Es wird jedoch auch oft von der Sage vom Tempelritter Hubertus, einer Komturei (Niederlassung) der Templer bei Ettenberg und einer Begegnung mit der Göttin Isais berichtet. Selbst der heilige Gral soll in einer Höhle am Untersberg verborgen sein.
Bei grĂŒndlicher Recherche in den SagenbĂŒchern ist mir jene Sage bis heute nicht untergekommen. Sollten sich solch bedeutende Ereignisse nicht im kollektivem Unbewussten der hiesigen Indigenen verankert haben wie so viele andere kulturhistorischen Vorkommnisse, so der Birnbaum und die Schlachten am Walserfeld?
WĂ€hrend eine der bedeutendsten Sagenfiguren - Lazarus Gitschner - in 18 (!) verschiedenen – jeweils sehr Ă€hnlichen – Versionen in entsprechenden Publikationen und sogar im Salzburg Museum und in Landesarchiven eindeutig zu belegen sind, finden sich jene Isais- und Templerspuren zunĂ€chst nur im Internet und dann recht schnell in braunesoterischen Kreisen, die hier nicht nĂ€her benannt sein sollen.
Bekannt ist die „germanische Sagenanpassung“ aus dem 3. Reich. Der Untersberg wurde zum Wotanssitz erkoren und so ist es nicht erstaunlich, dass im UntersbergstĂŒberl des ehemaligen Reichsflughafens Ainring diese nationalsozialistische Handschrift in einer eigentĂŒmlichen Sagendarstellung im Deckengewölbe wieder zu finden ist. So auch eine Darstellung von vermeintlichen Tempelrittern.
Die Mythen sind – soziologisch erwiesen – identitĂ€tsbildend, sind ein Abbild der jeweiligen Gesellschaft und Kultur. Ihre Sprache ist oft schwer verstĂ€ndlich, entsprach der jeweiligen Zeit oder wurde ĂŒber die Zeiten verfremdet bzw. „angepasst“. Hier liegt die Kunst in ihrem Verstehen.
Dennoch gebe ich zu bedenken und zu ĂŒberlegen, was wahre Mythen sind und was „urban legends“ unserer heutigen Zeit, die leider dem Nationalistischen sich so offen zeigt.
Die Templer und die Göttin Isais existier(t)en – jedoch nicht am Untersberg.
Die Sagen laden zum hinterfragen und nachforschen ein!
Was die angeblichen Mauern einer Templerkomturei am Ettenberg betrifft, so kennen die dortigen Einheimischen ihren tatsÀchlichen Hintergrund, der wesentlich banaler ist, wie ich dort erfahren durfte. Eine jener Quellen kann ich auf Nachfrage gern bekannt geben.
Auch die Suche nach der Gralshöhle bei Ettenberg erscheint nur als ein Trugbild. In einer alten Dokumentation des Bayerischen Fernsehens von 1976 berichten Ettenberger Bauern von jener altbekannten Wohnhöhle – das Hofhanselloch - und ihrem Hintergrund.

Isais und Templer

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